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14. Juli 2011

Triologie der Triebe zweiter Teil: Fleisch

Heute gab’s Chili con carne…

Ich liebe totes Fleisch,
am liebsten blutig und heiß.
Egal, ob knusprig oder weich,
meine Ernährung ist eiweißreich.
Die Tageszeit ist mir gleich,
morgens, mittags und abends gibt’s Fleisch.
Ich bin ein eingesperrtes Tier
und stille meine Gier
mit speckigem Steak bei billigem Bier.
Ich will kräftig zubeißen,
mundgroße Brocken rausreißen
und später genüsslich scheißen.
Ich möchte ja nicht prahlen,
doch meine Kiefer zermahlen
alles vom Knorpel bis Knochen,
zartem Kalb bis zähem Rochen.
Ich schlinge alles herunter,
vergesse dabei mitunter
Hunger, Anstand und Manieren.
Mit Fleisch im Mund kann man sich nicht blamieren.
Ob Hähnchen, Schwein oder Rind,
Alttier oder dreimonatiges Kind,
was interessiert mich Euer Leben?
Was zählt ist mein Streben
nach umfassender Sättigung.
Futtern zur Selbstbestätigung.
Ich bin ein leidenschaftlicher Jäger
und kein Hobby-Tierpfleger.
Wenn ich nicht die Truhe leer fege,
erlege ich meine Beute an der Theke.
An frostigen Tagen
wärmt mich mein Pelzkragen.
Ich trage gerne Leder,
wo’s herkommt, weiß doch jeder.
Bin weder postmoderner Salatblatt-Vermesser
noch gedanklicher Weltverbesserer,
sondern ein archaischer Fleischfresser.

Als höchster aller Säuger,
bezwang ich meine Verfolger,
errang die Krone der Schöpfung,
besiegte die Evolution,
wurde Meister der Schröpfung.
Die Spitze der Nahrungspyramide ist mein Thron.
Ich werde immer fetter,
hüte die Couch bei jedem Wetter.
Lebe in Saus und Braus,
wenn ich so weiter fresse,
stirbt noch die Milchkuh aus.
Man sagt „Liebe geht durch den Magen“,
da kann die Vernunft schon ‘mal versagen.

Mama, ich will Fleisch!

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