23. Dezember 2010 Kommentare: 2
Frohe Weihnachten!
Ich wünsche meinen Lesern Obiges samt besinnlichen Tagen und vielen schönen Elchen…
Alles fing ganz harmlos an,
als der liebe Weihnachtsmann
merkte, „ich bin knapp bei Kasse“.
Mr. X-Mas überlegte sich,
„bevor ich‘s ganz lasse,
verschenk‘ ich Masse statt Klasse“.
Er klammheimlich
in Rudis Resterampe schlich,
um sich mit billigen, bunten Sachen
den Sack vollzumachen.
Untermalt vom Wichtelchor,
sprach er bei Discountern vor,
rettete Berge abgelaufener Schokoladen
vor gierigen Würmern und Maden.
Ende November begann die Zeit
der Weihnachtsmärkte
und Adventskonzerte.
Der Mann in rot-weiß war bereit,
zum Dienst gemäß der Tradition:
Geben, loben, bescheren - obschon
ihm schmerzte der Rücken
vom ständigen Bücken.
Und das kindliche Entzücken
über die verteilten Gaben
hielt sich in Grenzen.
Vor lauter „Mama, ich wollt ‘was Anderes haben“,
behalf er sich durch Schwänzen:
Den Tag des heiligen Nikolaus
ließ er dieses Jahr aus.
Schneeflocken tanzten in der Luft,
da eilte Santa aus seinem Kabuff,
Das Christmas-Business hat Tücken:
Der Wind pfiff durch seine Zahnlücken,
niemand half beim Schlittenschmücken
und ihm wurde übel vom Zimtduft.
Während der diesjährigen Probefahrt,
-mit einem alten Mann am Zügel
jagte ein klappriger Schlitten über die Hügel-
stoppte ihn die Polizei,
und fragte, ob dies sein Ernst sei?
Miese Bezahlung, schlechte Bekufung,
Nachtschichten und fehlende Behufung,
Anklage wegen
Wichtelsklaverei und Rentierquälerei.
Santa verpatzte zweimal den Fahrttest,
saß ein Wochenende in U-Haft fest.
Man beließ es bei einer Rüge
und Kürzung seiner enormen Rentenbezüge.
Der Weihnachtsmann trampte zurück,
lieh sich einen Jeep.
Er wollte vorher Sonne tanken,
statt mit den Engeln zu zanken,
flog eine Woche nach Afrika,
unterm Filzmantel rann der Schweiß,
alle fürchteten ihn, der zu weiß
war und schnaufte wie ein Andromeda.
Ausgehungerten Mägen bekam Süßes nicht,
genauso wenig wie Malaria dem Wicht,
der ihn begleitete und elendig starb,
Santa kehrte heim und trug ihn zu Grab.
Drei Tage bis Weihnachten:
Draußen bittere Kälte,
drinnen weinende Kinder und Schelte.
Santas Herz begann zu schmachten
nach unkomplizierten Fällen,
Kindermienen, die sich beim „Ho, ho, ho“ aufhellen.
Er ging zum Nachbarsjungen Bent,
strich ihm mit der Hand
liebevoll über die Wange,
doch der Knirps bestand
auf Geschenke so vehement,
da ward dem Weihnachtsmann bange.
Er machte das Alles schon zu lange,
ein letztes Mal ab durch den Kamin, dann war Schluss.
Mutig erklomm er das nächstbeste Dach,
sprang in den Schornstein hinein,
blieb stecken, denn richtig,
er war stark übergewichtig,
wand sich, fing an zu schrei’n,
Sein Mantel verhakte sich, mit Krach
ging’s für Santa runter,
leider hatte er nichts drunter.
So purzelte er aus dem Kamin,
das hätt‘ ihm Oma vielleicht verzieh’n,
doch Santa, der Gute,
umklammerte stoisch seine Rute,
versuchte ein tiefes „Ho, ho, ho“
und verschwand Richtung Klo.
Seit diesem Abgang vom X-Mas-Star
erzählte sich die Klasse des kleinen Flo,
dass Santa nichts Anderes war
als ein dicker, alter und nackter Mann.

