Ein letztes Mal spannten sich die Zwerchfelle aller Sänger. Der Sopran preschte vor, der Tenor hinterher, der Alt hielt sich wacker und der Bass verschleppte das Tempo. Ich hustete leise. Der Refrain „Ehre sei Gott in der Höhe“ eroberte das Kirchenschiff und hallte nach, während der Chor sich setzte und Pastor Müller zum Altar schritt.
„Liebe Gemeinde, in der Predigt möchte ich mich mit der körperlichen Lust, die alles überlagern kann, beschäftigen. Schon in der Bibel heißt es, dass manche Menschen die Wollust mehr lieben denn Gott und diese Feststellung hat nichts an Aktualität eingebüßt. Es gibt…“
Meine Augen wanderten an den Rücken und ergrauten Haarschöpfen der älteren Männer und Frauen, die vereinzelt an den Bänken vor mir lehnten, entlang und blieben an den schmalen Schultern der jungen Frau hängen, deren schwarzer Pferdeschwanz in der vordersten Reihe zu erkennen war. Ich konnte mich in diesem Gottesdienst nicht konzentrieren. Sang der Chor, ruhte mein Blick auf meinem Platz in der hinteren Bassreihe, doch heute hielt ich kein Gesangbuch in der Hand, sondern ein Taschentuch. Sprach der Pastor, rätselte ich, wer sie war und malte mir aus, wie ihr Gesicht aussah. In den vergangenen Monaten hatte ich die Rücken der vor mir sitzenden Kirchgänger studiert und war mir sicher, ihren das erste Mal erblickt zu haben. Der Gottesdienst näherte sich dem Abendmahl und Vorfreude erfasste meinen Geist. Auf das Händchen halten mit Fremden oder Nippen am Kelchrand als Siebter oder Achter in der Reihe konnte ich verzichten, auf die Gelegenheit ihr ins Gesicht zu schauen nicht.
„Die Gemeinde ist herzlich zum Abendmahl eingeladen“,
sagte Pastor Müller und riss mich aus meinen Gedanken. Ich bahnte mir den Weg nach vorne, überholte zwei ältere Frauen und stellte mich auf die linke Altarseite, um zwischen Kerzenständern und Pokalen hindurch einen Blick auf die Unbekannte zu erhaschen. Sie wirkte aus der Nähe zierlich und zerbrechlich. Ihre weiße Rüschenbluse verblasste unter dem Funkeln ihrer Augen und den feinen Linien ihres Gesichts. Mein Herz begann zu pochen. Sie war genau der Typ Frau, den ich für unerreichbar wähnte. Als der Pastor zu dem Mann neben mir trat, blickte sie mich direkt an und ich senkte meinen Blick wie ein ertapptes Kleinkind auf den Boden. Der Schlussakkord der Orgel verhallte im Kirchenschiff, weder Thomas kahl geschorener Kopf noch Christians Lockenpracht erhoben sich aus der Menschentraube. Ich schlängelte mich zum Ausgang und den Fahrradständern durch und bestieg meinen rostigen Drahtesel.
Während meine Backenzähne die Nudeln zerkleinerten, ärgerte ich mich über meine Schüchternheit. Warum hatte ich sie nicht angesprochen? Ein schlichtes Hallo sollte doch über die Lippen zu bringen sein. Den Rest des Tages schob ich mein Lernpensum für die Prüfungsphase vor mir her, abends telefonierte ich mit meiner Mutter.
„Nein, Mama, alles in Ordnung und ja, mein Mittagessen war lecker.“
Unter der Woche bewegte ich mich im studentischen Dreieck bestehend aus Fitnesscenter, Universität und eigener Wohnung. Die Tage glichen einander und in Gedanken beschäftigte mich ein schwarzer Haarschopf.
Am nächsten Sonntag warf ich mein schwarzes Festtagssakko über, bevor ich mich auf das Rad schwang. Wenn der Nieselregen mein Gesicht besprenkelte und der Gegenwind meine Pedaltritte erschwerte, fragte ich mich sonst, ob es die Gottesdienste wert waren. Der lilane Blitz, wie ich mein Konfirmationsgeschenk mit Augenzwinkern nannte, schoss in Richtung Gotteshaus. In Rekordzeit stellte ich das Rad ab, hechtete ins Kirchenschiff, schüttelte Pastor Müller die Hand und streckte Klaus, einem gestandenen Mittfünfziger mit geweihartigem Schnurrbart, der neben mir im Bass saß, die Hand entgegen. Mein Atem ging schnell und mein Blick heftete sich auf einen schwarzen Pferdeschwanz und die Schulterpartie eines roten Oberteils. Sie war wieder hier, das genügte mir. Je mehr die Orgel ihr Tempo im zweiten und letzten Vers des Schlusslieds verlangsamte, desto heftiger pochte mein Herz. Den dritten Vers hätte ich nicht überlebt. Etwas sauste auf meine Schulter herab. Meine linke Schulterpartie brannte und Christian grinste mich an.
„Hey Alter, schön Dich mal wieder zu sehen“, sagte er.
„Hallo Chris, freut mich auch. Weißt Du, wer…“
„Hast Du Bock gleich brunchen zu gehen?“, unterbrach er mich.
„Ich muss lernen. Aber Du könntest mir verraten, wer…“
„Na komm, Pausen sind genauso wichtig wie intensive Lernphasen.“
„Nein, geht nicht. Sag mal, wer ist diese gut aussehende Schwarzhaarige?“
„Sie heißt Aniela, eine Austauschstudentin aus Polen. Ist echt ne Süße.“
In Topographie war ich immer schlecht. Polen lag östlich von Deutschland, Hauptstadt Warschau, so viel wusste ich. Die Gängelung Polens durch die europäischen Großmächte hatten wir in Geschichte gründlich durchgenommen, sämtliche Details waren mir entfallen. Meine Großeltern, Vertriebene aus Ostpreußen, sprachen viel von ihrer alten Heimat und einem ernüchternden Besuch fünfzig Jahre später. Alles sei heruntergekommen gewesen und sähe ganz anders aus als früher. Zeitung las ich nicht und mein alter Fernseher stand im Kinderzimmer bei meinen Eltern. Ich hatte keine Ahnung, was momentan in Polen vor sich ging und die Menschen beschäftigte.
„Hallo Aniela, darf ich Dir Sebastian, unseren Quoten-BWLer, vorstellen?“, sagte Christian und holte mich in die Realität zurück. Sie stand direkt vor mir und lächelte mich an. „Hallo, ich bin Sebastian, nett Dich kennenzulernen. Wie war Dein Name?“, brachte ich hervor.
„Hallo Sebastian, ich bin Aniela, freut mich.“, sagte sie mit schwerem Akzent, der mich als Herzensgermanisten zusammen zucken ließ.
In meiner Familie sprachen alle lupenreines Norddeutsch und im Freundeskreis gab es als einzigen Exoten einen Griechen, der hier aufgewachsen war.
„Ich lasse Euch Beide einmal alleine, dort hinten läuft Thomas, der alte Mikroskopier-Spezialist, herum.“, sagte Christian mit einem Augenzwinkern. Wir unterhielten uns blendend. Sie war Stipendiatin des Goethe-Instituts und schwärmte von der monatlichen Zahlung, die sie erhielt, von dem tollen Zimmer im Wohnheim und ihren drei polnischen Freundinnen, mit denen sie viel unternahm. Ich verschwieg, wie damals mein Bewerbungsgespräch für ein Stipendium in den USA misslungen war und welch eine große Wohnung ich mir mit den Jungs teilte. Ich erfuhr, dass die Säkularisierung in Polen ebenfalls voran schritt und dass nicht alle Polen Katholiken waren. Plötzlich sagte Aniela:
„Ich muss leider los. Meine Freundinnen erwarten mich zum Essen.“
„Schade.“
„Sehen wir uns nächsten Sonntag?“
„Vielleicht. Gib mir doch lieber Deine Mailadresse.“
Zu Hause setzte ich mich mit einem mulmigen Gefühl im Magen in die Küche. Quälte mich nur Heißhunger? Als ich mir eine Tiefkühlpizza hervorholte und die Gefrierfachtür mit Schwung zuschlug, wankte der einen halben Meter aufragende Geschirrstapel in der Spüle. Nach dem Essen schrieb ich eine Mail an Aniela:
„Hi Aniela, wie geht’s? Wie war Euer Essen? Hier hast Du meine Adresse. Liebe Grüße, Sebastian“
Am Montag, Dienstag und Mittwoch rief ich morgens, mittags und abends meine Post ab. Keine Antwort von Aniela. Dann endlich schrieb sie, das Internet im Wohnheim habe gestreikt, alles sei wunderbar. In einer Mail, die ich ihr am Donnerstag schickte, lud ich sie für den kommenden Sonntag zum Essen bei mir ein. Nach dem Drücken auf den Senden-Knopf meldete mir mein Gehirn, dass sich mein Repertoire auf Nudeln, schlecht schmeckendes Wok-Gemüse und Salate mit gekauftem Dressing beschränkte. Samstagvormittag entdeckte ich eine Mail von Aniela, die ein Foto ihres letzten Partybesuchs enthielt. Mit wenigen Mausklicks richtete ich mir das Bild als Desktop-Hintergrund ein.
So sehr ich mich anstrengte, die hohen Töne verloren auf dem Weg von meinen Stimmbändern ins Freie ihre Klarheit und der Dirigent schien es zu bemerken. Er gestikulierte in meine Richtung, ich konzentrierte mich für den Rest des Liedes auf das Gesangbuch in meiner Hand und schielte nicht in die vorderste Sitzreihe. Dort zogen lange schwarze Haare, auf schwarzen Stoff gebettet, meine Aufmerksamkeit auf sich und stachen aus der Herde der blanken, grauen oder weißen Haarschöpfe hervor wie das sprichwörtliche schwarze Schaf. Nach dem Gottesdienst begrüßte meine Hand Christian und Thomas, während meine Augen nach Aniela suchten. Wir trafen uns vor der Tür. Aniela sagte mir, sie führe kein Fahrrad, seitdem sie in ihrer Kindheit gestürzt sei. Ihre Füße trügen sie an jeden Ort in Kiel, heute zu meiner Wohnung in der Gutenbergstraße.
auf einem Holztisch in einer Studentenküche erwartete ein frischer Salat seine Esser und wurde zur Nebensache, weil sich zwei junge Menschen über ihr Leben austauschten. Sie studierte in Warschau Deutsch aus Liebe zur Sprache und Literatur, wollte Deutschlehrerin in Polen werden und ging davon aus, zum Geld verdienen im Supermarkt an der Kasse arbeiten zu müssen. Er stammte aus einer Dynastie der Angestellten und dachte damals, dass er Kaufmann werden wollte. Auf Betriebswirtschaft war die Wahl gefallen, genau wie bei seinem Vater. Morgens im Anzug ins Büro verschwinden, abends zurückkommen und dazwischen wichtige Dinge erledigen, entsprach seiner Vorstellung der Arbeitswelt. Kultur bedeutete Leben für sie und in den ersten zwei Wochen ihres Auslandssemesters in Deutschland hatte sie mehr Ausstellungen und Konzerte besucht als er in den ersten zwei Semestern seines Studiums. Die Büchernamen, die sie ihm nannte, sagten ihm nichts und seine Begeisterung für Computerspiele ließ er nicht durchblicken. Nachmittags spazierten wir wie zwei Verliebte bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein durch einen kleinen Park und setzten uns auf eine Parkbank. Meine Hand krallte sich an der Holzlehne fest. Wir sahen uns minutenlang in die Augen. Aniela lächelte. Meine Gedanken kreisten um die 50 Zentimeter, die unsere Lippen trennten. Diesen unerklärlichen Widerstand, der mich davon abhielt, über meinen Schatten zu springen. Mein pochendes Herz, das jede Intuition blockierte. Mit der Frage „Welche Filme magst Du gerne?“ befreite ich mich aus der misslichen Lage. Seichter Gedankenaustausch führte uns weg von der Holzbank. Fort aus dem Park und zurück in unseren Alltag.
Vier klein gewachsene Frauen hockten auf einer Eckbank rund um einen gedeckten Tisch. Sie unterhielten sich in ihrer an Zischlauten reichen Muttersprache, von der ein junger Mann, der am äußeren Rand saß, kein Wort verstand. Ich hatte mich sehr über die Einladung zum Mittagessen in Anielas Wohnküche gefreut und extra ein Hemd angezogen. Am Herd hantierte ein schlanker Frauenkörper mit wippendem Pferdeschwanz, der uns den Rücken zuwandte, in der Luft lag der verführerische Duft von Frauen und einer warmen Mahlzeit. Die Teller füllten und leerten sich, satte Austauschstudentinnen zogen sich auf ihre Zimmer zurück und zwei junge Menschen, sie Polin, er Deutscher, knüpften an ihre Unterhaltung an. Ich erzählte von der Rolle der Polen in deutschen Witzen, entweder klauten sie oder waren faul. Sie lachte nur und winkte ab, in den polnischen Witzen übernahmen die Deutschen die Rolle der Übeltäter und bisher sei ihr in Deutschland nichts passiert. Aniela erwähnte, dass ihr Stipendium üppig bemessen war und sie zwei Kilo zugenommen hatte. In der Heimat wohnte sie bei ihren Eltern und ihr Vater war arbeitslos, es fehlte an Geld, ob für Essen oder Kleidung. Ich wechselte das Thema, da mein Vater im Vorstand saß, mich förmlich zum Auszug und Studium in einer anderen Stadt gedrängt hatte und meine Eltern mich großzügig unterstützten, so dass ich nicht arbeiten musste. Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster, der Frühlingstag zog uns hinaus. Wir wanderten im botanischen Garten der Universität umher, in dem sich Bäume und Büsche haushoch in die Höhe reckten. Vögel zwitscherten auf Ästen und in Baumkronen. Aniela sprach von ihrem Wunsch zu promovieren und wie schwierig ein Platz zu finden sei, obwohl sie hervorragende Noten hatte und im guten Kontakt zu den Lehrstühlen stand. Ein Dozent hatte ihr angeboten, bei ihm promovieren zu können, allerdings sollte sich sie sich anderweitig erkenntlich zeigen, was abgesehen davon, dass er über fünfzig und glatzköpfig war, für sie nicht in Frage kam. Ich kämpfte mit den Prüfungen für das Vordiplom und sehnte mich nach dem ersten Job, dem Ziel aller akademischen Mühen, die Studieninhalte langweilten mich. Gegen vier Uhr berührten sich unsere Hände zum zweiten Mal nach der Begrüßung. wir umarmten uns vor dem Wohnheim und ich dankte ihr für die Einladung, zu Hause warte Arbeit auf mich.
Osteuropäische Popmusik waberte aus den Lautsprechern des Ghettoblasters, und flutete die rauchschwere, von vielen Körpern erhitzte Luft in der Wohnküche. Auf allen Sitzgelegenheiten drängten sich Austauschstudentinnen in bunten Oberteilen und Austauschstudenten in kurzärmeligen Hemden, die es bestimmt nicht bei H&M zu kaufen gab. Die Münder bewegten sich ständig und Hände schwangen Wodka in Plastikbechern und Bierflaschen in die Höhe. Ich hatte mich in einer Ecke auf dem Boden niedergelassen und scherzte mit einem Freund, der mich begleitete und das Treiben beobachtete. Meine Ohren gehörten ihm, meine Augen klebten an Aniela, die durch den Raum huschte, sich mit jedem unterhielt und mir trotzdem das Gefühl gab, den Mittelpunkt ihres Interesse zu bilden. Ich erfuhr, dass ihre Freundinnen in Polen bereits verheiratet waren, ihr erstes Kind geboren hatten und sie als Single mit Anfang Zwanzig schief angeguckt wurde. Ich nickte. Meine Freunde und ich waren froh, die erste Beziehungserfahrung vorweisen zu können und das erste Mal hinter sich zu haben, eine eigene Familie zu gründen lag außerhalb meiner Vorstellungskraft. Am Ende des Abends hatte mich mein Freund alleine in der Ecke zurückgelassen. Aniela kniete vor mir. Wir sahen uns direkt an, ihre grauen Augen funkelten und ihre Haut schimmerte von einer Mischung aus Makeup und winzigen Schweißtropfen. In mir tobte ein Kampf. Sollte ich sie an mich heranziehen, ihren Geruch aufsaugen und sie küssen oder lieber nach Hause gehen? Mir wurde bewusst, wie lange keiner von uns mehr ein Wort gesprochen hatte. Eilig erhob ich mich. Ich schloss Aniela kurz in die Arme und bedankte mich für den Abend.
Ungeöffnete Post, das Rechnungswesen-Skript, zwei Marketingbücher und meine Notizen dieses Semesters rangen miteinander um den knappen Platz auf meinem Schreibtisch, in dessen Mitte mein in die Jahre gekommener Rechner wie ein Bienenschwarm surrte. Die Armeen des Computergegners hatten meine Waffenschmiede überrannt und sammelten sich für den Angriff auf meine Burg. Mit hektischen Mausbewegungen und in die Tastatur gehämmerten Befehlen ordnete ich die Reihen meiner Truppen zum Aufbau einer Verteidigungslinie. Plötzlich stand der Langschläfer aus dem Nebenzimmer hinter mir und hielt das Telefon in der Hand: „Für Dich, irgendein Mädel.“ Ein Tastendruck gewährte den digitalen Kämpfern eine Ruhepause vor der entscheidenden Schlacht. Es war Aniela mit ihrer schleppenden Aussprache und bedrückter Stimme, seit der Feier hatten wir uns zwei Wochen nicht mehr gesehen und keine Mails geschickt. Das flaue Gefühl im Magen meldete sich sofort bei mir und für einen Moment vergaß ich den vor mir auf dem Bildschirm tobenden Existenzkampf. Sie erkundigte sich, wie es mir ging.
„Wann hast Du Zeit für mich?“, fragte sie mich.
Mein Blick wanderte über die verstreuten Unterlagen, mit denen ich mich beschäftigen musste und den Kampf auf dem Bildschirm, den es zu gewinnen galt.
„Du, tut mir leid, ich habe sehr viel zu tun und das Studium ist mir sehr wichtig.“
Sie schluckte, sagte „okay“ und legte auf.
Ich ging ein paar Mal in meinem Zimmer auf und ab, setzte mich vor den Rechner und nahm den Kampf gegen die gegnerischen Armeen wieder auf. Mit einem gewagten Ausfall gelang es mir den Sieg davon zu tragen.
Der Sommer kam. Aniela und ich trafen uns fast jeden Sonntag in der Kirche, wechselten nette Worte und gingen an der Kirchentür getrennte Wege. Am Ende des Sommers kehrte sie zurück in ihre Heimat. Danach schrieben wir Mails, die mit der Zeit kürzer ausfielen und seltener eintrudelten. Sie unterschrieb mit „die wahrscheinlich kleinste Polin der Welt“, ich mit Sebastian. Ich fragte mich, warum wir es nicht wenigstens miteinander versucht hatten und hasste mich für meine Zurückhaltung. In einer der letzten Mails stellte sie fest, dass mich wohl ihr polnischer Hintergrund gestört hätte und deswegen nichts aus uns geworden sei. Sie hatte Unrecht, das Problem war nicht sie, sondern ich.