Essen kochen, Kaffee aufsetzen, Hemden bügeln, Putzen, Geschirr abwaschen, Einkaufen, Staub saugen, Duschen, Zahne bürsten, Schuhe säubern, Wäsche waschen, Fließen schrubben, Boden wischen, Geschirrspüler einräumen, Waschmaschine ausräumen, Trockner anstellen, Wäsche aufhängen, Fleisch braten, Haare waschen, Creme auflegen, Politur auftragen, Fenster putzen, Bettwäsche wechseln, Schminken, Hände waschen, Wohnung aufräumen, Spinnweben entfernen, Essen wegwerfen, Müll ‘rausbringen, Haushaltslisten aufstellen, Flecken einweichen, Parkett wienern, Lampen auswechseln, Rasieren…
Manchmal frage ich mich, ob sich hinter all der Körper- und Sachpflege mein Leben versteckt. Irgendwo muss es doch zu finden sein. Menschen brauchen Routine, Aliens wie ich nicht. Ich auch. Wäre nicht der schmale Grad zwischen rettender Routine und maledeiter Monotonie, das Leben könnte schön sein. Nicht auszudenken, wie sich allein erziehende Mütter und Väter (ja, ihre Zahl steigt - Rechtsprechung im Wandel) ab zwei Kindern fühlen. Ständige Nahtod-Erfahrung durch erschöpfende, sich wiederholende Tätigkeiten. Sachen sauber machen, die sofort wieder dreckig werden. Ordnung schaffen, damit das Chaos losbrechen kann. Ein fünfter Grund, keine Kinder zu zeugen. Geschweige denn, sie alleine großzuziehen. Die Monotonie freien Alternativen sind übersichtlich:
Auf der Straße leben (unangenehm), “WG” mit einem weiblichen Putzteufel (unangenehm), Haushälterin oder Diener beschäftigen (angenehm, aber zu teuer unangenehm), zurück zu Mama (verlockend unangenehm), den Kram liegen lassen (unangenehm). Also den Kram liegen lassen, regelmäßig zetern und langsam versumpfen. Mein Ansatz seit Jahren. Bei Interesse böte ich Messi-Wohnungsführungen oder Demotivationsseminare an. Zu überteuerten Preisen und so unprofessionell wie möglich, alles gut verpackt unter dem Stichwort Immobilienvermittlung.
Jetzt zur Illustration am Otto-Normalbürger namens Peter Müller (früher mag Otto Maier der häufigste Männername in Deutschland gewesen sein, heute ist es Peter Müller. Der Vater von Rico M., meinem verstoßenen Alterego, heißt Hans-Peter Müller, eine erstaunliche Extravaganz mit vier Buchstaben). Die Struktur eines beliebigen Montags Dienstags Mittwochs Donnerstags Freitags Lebenstages ließe sich wie folgt beschreiben:
8,0 Stunden schlafen
0,5 Stunden essen
3,5 Stunden fernsehen
0,2 Stunden pinkeln/scheißen
0,2 Stunden Zähne putzen
7,0 Stunden arbeiten/Hartz IV empfangen/Rentner sein/Urlaub machen
0,5 Stunden Bildzeitung lesen (davon 80% Titelblatt unten)
2,0 Stunden Auto fahren
0,5 Stunden reden (Wettervorhersage, Fußballergebnisse)
0,5 Stunden masturbieren (oder überlegen, es zu tun)
0,2 Stunden furzen
0,2 Stunden rasieren
0,2 Stunden Sport treiben (Gang zum Kühlschrank)
0,0 Stunden Hausarbeit (mit Putzteufel verheiratet)
0,X Stunden verdampfen
Wenn das vollkommene Lebensglück nicht so aussieht, dann weiß ich auch nicht, wonach es zu streben gilt…
Yeah!!!
@ Jenny D
Danke Horschtl! ;)
Zum Glück für Euch Männer, bleibt sowieso mindestens 80% der häuslichen und vor allem der Hosenscheißer-Pflege früher oder später an den Frauen hängen ;-)
@ Inga
Dazu kennst Du ja meine Meinung. ;) So muss es nicht unbedingt sein…
Das stimmt… jedoch manchmal geht es nicht anders. Viele Frauen heutzutage suchen den perfekten Mann. Er soll: ordentlich Kohle nach Hause bringen, möglichst viel Zeit mit den Kindern verbringen und dann auch noch im Haushalt helfen. Mal abgesehen vom Super-Aussehen, perfekten Manieren etc. da beißt sich die Katze in den Schwanz. Wenn sich eine Frau einen Gutverdiener geangelt hat, muss sie auch damit leben, vielleicht einen Großteil der häuslichen Arbeit alleine zu verrichten. Oder der Mann verdient soviel, dass sie sich eine Nanny, ein Hausmädchen, einen Koch, einen Gärtner…. ;-) Du siehst, so einfach ist das auch nicht.
@ Inga
Naja, viele Männer suchen ebenfalls eine erfolgreiche Frau, damit man sich das Geld verdienen und die sonstige Arbeit teilen kann. Ewig im Büro hocken ist längst nicht für alle die Erfüllung. Das beide Seiten die jeweiligen Ansprüche irgendwie abgleichen müssen, ist klar. Du siehst, so einfach ist das auch nicht. ;)
@ Inga
Vergiss nicht den Riesenprügel.
Den braucht der Mann von Welt heute auch.
Da beißt die Katze dann auch gern in den obengenannten.
Banana Joe calling…
SOS for Love!
Speechless.
Mist,
da habe ich ja echt was verpaßt oder vergessen. Was für einen Grund gab es denn den schlechten Rico M. zu verstoßen? Er hatte doch so viel angestellt, für das Du Deinen Namen nicht hergeben wolltest.
Jetzt aber noch mal zu der Tagesbeschreibung: Wenn ich einmal unterstelle, daß des Müllers Vater HP zu der männlichen Gattung gehört, glaube ich doch, daß selbst Männer das Multi-Tasking gut genug beherrschen, um das Furzen parallel zu anderen Tagestätigkeiten wie Hartz iV empfangen, schlafen, essen, fernsehen und reden hinkriegen. X ist also 7!
@ Clem
Dir macht auch keiner etwas vor, oder? Klingt nach allerhand Verstand und trotzdem tiefenentspannt. ;) Nun ja, Rico ist gerade auf Weltreise, ‘mal sehen, wann er zurückkehrt und was er dann zu berichten weiß…
Also Masturbieren und Furzen geht ja schon mal gleichzeitig. Macht 0,2 Std. täglich Zeit fürs Verdampfen.
@Jenny: Was hat der Riesenprügel denn damit zu tun? Der sollte den Y-Chromosom-Träger doch wahrlich nicht daran hindern, die eine bzw. andere Rolle sachgemäß auszufüllen. Aber so einfach ist das natürlich auch wieder nicht…
@ Enrico
Mit solchen Parallel-Ferkeleien kenne ich mich nicht aus.